La Calisto

Shownotes

Barockoper als kosmisches Zaubertheater: Gott Jupiter nimmt die Gestalt der Göttin Diana an, um sich an der Nymphe Calisto zu vergehen, die angeblich keusche Diana steigt dem Hirten Endimione nach, während der Waldgott Pan für sie brennt. Ob Götter, Menschen oder Fabelwesen – alle stehen im Bann von Liebe und Begehren, von Macht und Gewalt. Francesco Cavallis 1651 in Venedig uraufgeführte Oper LA CALISTO führt auf tragikomische Weise menschliche Leidenschaften vor.

Im Podcast bei Kai Weßler erzählen Dirigentin Christina Pluhar und Regisseur und Intendant Stefan Herheim von traumhaften Melodien und Zaubertheater auf der Opernbühne.

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00:00:12: Probenzimmer, der Podcast aus dem Musiktheater an der Wien.

00:00:16: Heute mit Kai Wesler Bei der Matiné zu den Neuproduktionen von Francesco Cavalli's Lacalisto habe ich mich mit der musikalischen Leiterin Christina Plouha und dem Regisseur Stefan Herheim über dieses Werk unterhalten.

00:00:30: Wir begeben uns wieder einmal in die Anfänge der Oper.

00:00:34: Es ist ja ein bisschen die DNA unseres Theaters das wir sagen wird bildend wirklich vierhundert Jahre Operngeschichte in jeder Spielzeit ab.

00:00:40: Die Oper wurde zu Beginn des siebzehn Jahrhunderts in Norditalien entwickelt und spätestens mit der Eröffnung des ersten öffentlichen Opernhauses in Venedig, siebenunddreißig war die Oper gewissermaßen bei sich selbst angekommen.

00:00:53: Mit der Eröffnung dieses Opernhauses, dem weitere folgen sollten so das Mitte des siebtzehnjahrhundert in Vinedig vier öffentliche Opernhäuser existierten hat die Oper sich zu einer Unterhaltungsform entwickelt.

00:01:07: Die erste große Blüte der Braukenober hat in der Zeit stattgefunden.

00:01:11: Der wichtigste Komponist nach dem Gründungsvater Claudio Monteverdi war zweifellos Francesco Cavalli und Seine Operlacalisto wurde in der Uhr aufgeführt auf ein Libretto von Giovanni Faustini, den ich noch Librettist war.

00:01:25: Sondern auch der Impressario des Theaters.

00:01:28: also die Opernhäuser wurden damals privat geführt von Unternehmern und so ein Unternehmer war Faustinni, der mit Cavalli dieses Stück entwickelt hat.

00:01:38: Lacalisto ist das meistgespielte Stück heute von Cavalli und es liegt vielleicht daran, dass dieses Stück uns in eine Welt der Antikmythologie führt wo Götter vom Himmel heruntersteigen.

00:01:48: Wo die Geister der Unterwelt beschworen werden.

00:01:51: Wo Göttern Menschen Naturwesen nebeneinander existieren.

00:01:57: Wo Metamorphosen passieren und wo alle irgendwie von dem über alles drohenden Gott Amor infiziert sind.

00:02:05: Gleichzeitig dass mit seiner Komödienhandlung und mehreren Handlungsebenen, mit dem Nebeneinander von komischem und tragischen Typisch ist für diese venezianische Oper der Zeit.

00:02:15: Und auch darüber werden wir heute morgen zu sprechen haben.

00:02:18: Worum geht es?

00:02:19: La Calisto präsentiert zwei antike Mythen, von denen der eine in den Metamorphosen des Ovid klassisch erzählt worden ist – das ist die Geschichte der Nymphe Calisto!

00:02:28: Kalisto ist eine, gehört zum Gefolge der Jagdgöttin Diana und diese Jüngeren haben sich der Keuschheit verpflichtet.

00:02:36: Das ist weniger eine Beschränkung als vielmehr das ganz entschiedene sagen wir wollen keinen Mann, wir wollen es nicht unter des Ehejoch binden lassen.

00:02:48: und Kalisto begegnet aber... Begegt mit dem Gott Jupiter.

00:02:52: Jupiter kommt auf die Erde runter, warum?

00:02:54: Die Erde ist verheert worden von einem großen Feltenbrand.

00:02:58: Alles ist ausgetollnet und verbranden.

00:02:59: Und Jupiter der eigentlich das Wasser wieder bringen soll, den die Erde heilen soll, verliebt sich in diese Nünfe und versucht sie zu verführen.

00:03:08: Das weiß Kalisto natürlich ab!

00:03:10: Denn an Männern ist sie nicht interessiert, schon gar nicht so einem Typ wie Jupiter.

00:03:15: Jupiter macht daraufhin das was er in der Mythologie immer wiedermacht Er verwandelt sich aber nicht in ein Tier wie Leder mit dem Schwarn oder in einen Stier bei seiner Begegnung mit Europa, sondern in eine andere Götte.

00:03:27: Nämlich Indianer selbst und in Gestalt der Lianade einer erotischen Begegten mit Kalisto.

00:03:34: In der antiken Quelle von Ovid wird relativ deutlich gesagt dass diese Begegenung eine Vergewaltigung ist.

00:03:39: In der Oper wird es eher als eine sehr beglückende erotische Begehnung zwischen Kalisto und ihrer Göttin beschrieben Und es wird im Text auch angedeutet das daraus eine Schwangerschaft entsteht.

00:03:51: Der Sohn Arcas wird irgendwann geboren werden.

00:03:55: Kalisto ist beglückt über diese Begegnung und als sie aber der echten Diana begegnet, weil es diese natürlich massiv und brutal zurück.

00:04:04: Das Ganze wird nun dadurch kompliziert dass die Ehefrau von Jupiter wie immer in diesen Geschichten Wind von der Sache bekommt ebenfalls auf die Erde runter kommt und natürlich das Techtelmächtel ihres Gatten mit einer junge Frau unterbinden will.

00:04:16: und Sie verwandelt Kalisto in eine Bären.

00:04:20: Jupiter wandelt dieses Urteil um, ermildert diesen Urteil ab indem er die Prophezeiung ausspricht dass diese Bärin eines Tages als Sternbild großer Bär an dem Himmel entführt wird.

00:04:30: Das ist die eine Handlungsebene.

00:04:32: Die zweite Handlungseebene handelt von den jungen Mann Indigona.

00:04:35: auch das ist ein antiker Mythos.

00:04:37: Indigone junger Mann, der unsterblich in die Mondgöttin verliebt ist.

00:04:42: Die Mondgörtin ist ebenfalls Diana also die Idee von Keuschheit, Reinheit und Mond ist ja ein ganz wichtiger Topos in der mythologischen Überlieferung.

00:04:52: Diana is auf eine keusche Art ebenfalls in diesen jungen Mann verliegt.

00:04:55: Und auch hier gibt es einen störenden Dritten nämlich der Gott Pahn Der hirtenfüßige halb Tier, halb Mensch-Gott.

00:05:02: wie Natur-Gottheit behauptet dass er doch eigentlich ein Verhältnis mit Diana gehabt habe klagt darum, dass Diana ihn verlassen hat und wird eifersüchtig auf Endimione.

00:05:13: Und quält ihnen fast zur Tode!

00:05:17: Dazwischen oder neben gibt es eine Fülle von mehr- oder weniger komischeren Figuren, Saartüren, andere Nymphen... Also die Spielarten der Liebe werden auf eine ganz vielfältige Weise durchgespielt.

00:05:29: Ob das Ganze ein Happy End hat?

00:05:31: Ich glaube darüber müssen wir nachher noch ein bisschen reden und das werden wir auch in den nächsten Tagen des Premieres noch versuchen herauszufinden.

00:05:41: Frau Flur, wir haben hier im Theater der Wien in letzten Jahren viele Aufführungen von Mont Verdi-Opern

00:05:46: gehabt.

00:05:48: Jetzt zum ersten Mal glaube ich Kavalli ist in Wien selten gespielt worden.

00:05:52: Was würden Sie sagen?

00:05:54: Gibt es so einen speziellen Cavalli Sound?

00:05:56: gibt's etwas was diesen Komponisten unverwechselbar macht oder zumindest von Monte Verdi unterscheidet?

00:06:01: Also ich denke schon dass einen Kavalis-Sound gibt, tatsächlich.

00:06:07: Also er selber war Sänger und war Schüler von Monteverdi und hat unter Monteverdy in Sankt Marco gesungen auch als junger Sänger.

00:06:17: das heißt es sind sehr viele Elemente drinnen die man von Montiverdi kennt.

00:06:23: also natürlich der Großmeister Monteverdie gilt als Erfinder der Oper auch wenn's nicht ganz stimmt.

00:06:31: vor ihm gab es bereits Giulia Caccini und Jacopo Berri, die beide eine Euridice geschrieben haben.

00:06:40: Claudio Monteverdi hat sechzehn sieben den Orpheo komponiert und das gilt heute von unseren heutigen Begriffen aus als die erste große Oper eigentlich.

00:06:51: Monteverde selber hat seine letzte Oper dann für Venedig, für das erste Open House in Venedich geschrieben.

00:07:03: einen ganz anderen Stil hat als die erste Oper Orpheo und die auch schon sehr ähnlich ist zu den folgenden Opern von Cavalli.

00:07:13: Also da werden auch Elemente der Comedy de Late verwendet, da wären sehr freche Theologen, sehr theatrale Theologie verwendete und was ich ganz interessant finde also die ersten Opern wurden ja für die aristokratischen Kreise geschrieben.

00:07:30: Der Orpheer von Monteverde-Sechzehn-Siem wurde in Manto aufgeführt zur Hochzeit der Gonzágas damals.

00:07:37: Also das war ein absolutes Privileg, dass sich sehr reiche Adelige geleistet haben, dass sie einen Komponisten engagiert haben, der ihnen eine Oper zu einer Hochzeit schrieb.

00:07:47: Während wie Sie bereits gesagt haben die ersten öffentlichen Opernäuse in Venedig dann für eigentlich das breite Publikum dann gedacht waren wenn auch nicht so breit weil es natürlich kostspielig war da hinzugehen.

00:07:58: aber eben nicht nur die Adeligen konnten in die Opa kommen und da hat sich Monteverde quasi... mit seiner Inkordination Die Probeer seinen Hass auf die Erde liegen vom Leib geschrieben, weil in der Inkordion Die ProBeer sind alle höher gestellten Persönlichkeiten Mörder korrupt.

00:08:23: Wollen sich gegenseitig umbringen, betrügen sich und so weiter.

00:08:28: Also er hat wirklich ein Musiktheater geschaffen eigentlich mit dieser Oper die Cavalli dann sozusagen aufgegriffen hat.

00:08:37: Also viele seine Opern basieren ja auf diesen Verwechslungsgeschichten, wie unsere Oper hier in dem Fall keine Aderliege aber ein Gott sich verkleidet und es zu einer ganzen Verwechslungsgeschichte führt Opfer von einem höhergestellten Wirt, wenn es auch kein Adilik, sondern ein Gott ist in diesem Fall.

00:09:06: Aber die ganzen venezianischen Opern haben diese Themen oft das sich jemand verkleidet, dass ein Prinz sich als Prinzessin verkleidet oder umgekehrt Genderfluid, die Geschlechterholen durch die Kastraten, die da auch mitgewirkt haben an diesen Opern sehr aufgelöst.

00:09:32: Es waren sozusagen Teil des großen Spezzakls dieser frühen und späteren, auch späteren venezianischen Opern.

00:09:42: Und melodisch kann man vielleicht sagen dass man sehr gut heraushört, dass das alles mit Monteverdi zu tun hat.

00:09:51: Aber was man auch sehr schön gehört hat jetzt in dieser Ahre – ich finde es bekommt bei Cavalli bereits Wunderbare Melodien, wo Monteverdi noch einfach sehr viel mit Regittar Cantando arbeitet und wenig Arjen drinnen hat wird das bei Cavalli immer mehr.

00:10:12: Also vor allem diese Arjen im Dreier-Takt die diese wunderbaren Melodinen haben ist ganz spezifisch für Inhaltskomponisten seine Handschrift.

00:10:21: Es gibt in der Oper, und Sie haben es ja auch gerade nochmal angedeutet dieses verschiedenen Ebenen von Göttern, Nymphen, Naturwesen.

00:10:28: Wie sind denn die eigentlich musikalisch gegeneinander abgesetzt?

00:10:31: Also wer singt wie?

00:10:33: Wie sind die Unterschiede in

00:10:34: dem Stück?

00:10:36: Also tatsächlich kann man das eigentlich in fast allen Opern verfolgen dass sie Die höher gestellten Persönlichkeiten oder die weiblichen und männlichen, sage ich mal Helden.

00:10:51: Die Hauptrollen immer wunderschöne melodiöse Aren haben ja während es Also in den Venetianischen Opern und dann auch noch verstärkt, in der Neapolitanischen Opernn immer diese kommediate late Figuren hat.

00:11:07: In Venedig ist es sehr spannend weil diese lustigen Rollen waren generell von den Kastraten gesungen worden die ganz sicher neben sehr speziellen und für uns nicht vorstellbare Stimmen heute sich ja auch sehr komediantische schauspielerische Fähigkeiten haben muss oder entwickelt haben.

00:11:30: bzw.

00:11:31: hat sich die Oper mit deren Gesangskunst und Schauspielkunst weiterentwickelt, während dann in der späteren neopolitanischen Oper, die im Austausch von Venedik sehr beeinflusst war oft die Nebenrollen dann Tenor- oder Bassrollen waren, die dann im Dialekt gesungen haben.

00:11:50: Das haben wir nicht in Venedich.

00:11:54: Elektrollen, was sehr spannend ist eigentlich.

00:11:57: Aber wir haben diesen starken kommunitiantischen Zug und das hört man natürlich auch in den Stücken und vor allem natürlich auch an den Texten also wo sich die nehmen rollen und in unserem Fall die Waldgeisterbahn Satirino und dann auch Die Lin Faire eine Frauenrolle gegenseitig lustig machen.

00:12:21: Die eine hat noch keinen Mann gefunden und die Waldgeister reden halt nur über die Frauen.

00:12:27: Und was weiß ich?

00:12:28: Wir werden das nachher noch zu hören bekommen.

00:12:31: Sie haben gerade schon gesagt, die multivärtig macht sich in der Propea über die Mächtigen lustig.

00:12:36: auch im Lackalisto kommt ja Jupiter eigentlich musikalisch gar nicht gut weg.

00:12:42: er hat keine große Arihe sondern immer noch kleine Arien und er muss sie auch stimmlich verkleiden.

00:12:49: Also ihn Unsere Version muss er sich stimmlich verkleiden, richtig.

00:12:54: Dazu muss man vielleicht erklären dass Jupiter wenn er sich verkleidet also Jupiter als Jupiter auf die Bühne kommt ist ein Barathon.

00:13:05: ja und unser Jupiter ist noch dazu irgendwie zwei Meter groß.

00:13:09: so einen richtig richtig richtig brach vor das Mannsbild kann man sagen Und dieser zwei Meter Man verkleidet sich dann halt als Diana, das heißt er sieht dann aus wie Diana nur ist halt immer noch zwei Meter hoch und dann singt da anstatt in der Baritonlage plötzlich in der Sopranlage.

00:13:32: Damit er natürlich auch wie Diana klingt und es ist natürlich ein unglaubliches komisches Element.

00:13:38: von daher kann man nicht sagen dass er nicht schöne Sachen zu singen hat.

00:13:42: Es ist einfach unglaublich lustig und sehr anspruchsvoll natürlich.

00:13:47: also ich glaube man kann sagen, dass unser Sänger Milan Siljanov vielleicht der einzige ist jetzt die Moment, der das überhaupt kann.

00:13:57: Weil es ist gar nicht so einfach, dass jemand, der so toll Bariton singt und plötzlich da zwei Oktafen höher sinkt und das auch noch so schön hinkriegt wie er natürlich soll's nicht unbedingt wahnsinnig schön sein sondern eher komisch sein und lustig sein.

00:14:13: aber es hat natürlich dieses komische Element.

00:14:15: aber dazu muss man sagen, die Originalidee war von Cavalli.

00:14:21: Also es gibt diese Idee, wir werden dann am siebenundzwanzigsten September ein Konzert spielen.

00:14:26: das heißt Alain Apolitana und das singt unser Silvano Joao Fernandes singt ein Stück d.h.

00:14:34: Ilpazzo.

00:14:35: ja also Lucianna Mancini singt La Pazza vom selben Komponisten und er singt Ilpazo der Verrückte!

00:14:42: Und das ist ein unglaubliches Stück einem Mann, der im Liebeswahn Schizophrenen sich mit seiner Geliebten unterhält.

00:14:54: Und da steht es tatsächlich in den Noten drinnen, dass er von der tiefen Stimme dann in die Falsettstimme wechselt und er wechseln wirklich also von der Bassstimme dann an die Sopran-Stimme und das steht tatsächlich in diesen Noten drin.

00:15:07: Also es ist nicht etwas was komplett erfunden ist aber in unserem Stück hat ursprünglich in der Premiere eigentlich Die richtige Diana im Stück, auch die falsche Diana gesungen.

00:15:20: Und die Version, die wir auch adaptiert haben für unsere Produktion.

00:15:24: hier ist eigentlich eine Erfindung von René Jacobs der diese Stück eben in den neunziger Jahren ausgegraben hat und er das so eingerichtet hatte und damals auch einen unglaublich komischen und fantastischen Sänger hatte, der das großartig gemacht hat.

00:15:38: Und seither wird das sozusagen adaptiert von vielen Produktionen und ich finde auch, dass das eine wunderbare Lösung und viel verständlicher eigentlich ist als wenn es die gleiche Sängerin ist.

00:15:49: Da weiß man natürlich nicht haben sie so einen Sänger gehabt?

00:15:54: Damals war das eine Entscheidung, die er bewusst gefällt hat oder weil er keinen Bariton gefunden hat der beides machen konnte.

00:16:03: Das weiß man nicht.

00:16:05: Die Umstände der Uhrführung waren ohnehin sehr turbulent.

00:16:07: Das sind Sänger gestorben, es sind Sänger ausgefallen... Es war ein großer Krimi!

00:16:12: Das Stichwort Noten ist jetzt gerade schon gefallen und das ist bei diesem Werk aus der Zeit sehr besonders.

00:16:20: Die Partitur besteht eigentlich aus zwei Zeilen an einer Gesangsstimme und dem Bass mit gelegentlichem Ritonellen.

00:16:26: Was ist denn eigentlich Ihre Aufgabe bevor Sie dann als musikalische Leiter die Einstudierung machen?

00:16:33: wie entsteht aus dieser sperrlichen Partitur etwas, was sie dann aufhören können.

00:16:40: Ja, also das ist natürlich eine sehr komplexe Frage weil die ganze Musik des siebzehn Jahrhunderts noch nicht so ausführlich notiert ist wie die Musik später.

00:16:50: Die Musik des achtzehn-Jahrhundert hat alle Orchesterstimmen notiert, hat teilweise auch Dynamik notiert und Akkompagnati notiert usw.

00:16:59: In der Musik des Siebzehnten Jahrhunders ist es ein großes Basel eigentlich, denn man hat viele Partituren Stimmen drin stehen haben, wo man erahnen kann dass die Komponisten wenn es möglich war gerne sehr viele Farben verwendet haben.

00:17:17: Also stichwort Orfeo von Monteverdi das ist eben eine der frühesten Opern aber auch eine der Opern die am meisten instrumentale Stimmen erhalten haben.

00:17:27: ja also bei Orfeio ist es dann auch ganz klar dass zum Beispiel die Zinken und die Posaunen kommen erst in der Unterwelt dazu.

00:17:35: Das ist die symbolische Farbe der Unter Welt, dann haben wir ... Geigenstimmen, die Obligatspielen.

00:17:43: Dann haben wir eine Hafenstimme, die obligat spielt.

00:17:45: also wenn Orphiot in der Unterwelt ist und versucht den Quarante zu betören kommen wunderbare sehr virtuose Instrumentalstimmen dabei Monteverdi vorher.

00:17:57: das heißt man kann aus dieser Tradition und aus anderen Partituren auch annehmen dass Wenn es möglich war für die Komponisten da viele Instrumente reinzubauen und viele Klangfarm reinzubauern dann haben sie das gemacht.

00:18:10: Andererseits aber auch, dass die Kalisto sehr wenig Instrumentalstimmen hatte.

00:18:16: Weil sie kein Geld dafür hatten.

00:18:18: Also die Opernhäuser in Venedig waren selbst finanziert.

00:18:22: Also Subventionen gab es da noch längst nicht.

00:18:25: Es war ja schon eine große Neuerung, dass das überhaupt öffentlich war.

00:18:28: Die sogenannten Subventionnen waren früher die Adeligen, die sich das selbst auf die Bühne gestellt haben.

00:18:33: Aber das war nicht zugänglich für die anderen Leute.

00:18:36: Aber diese Produktionen mussten selbst tragen sein Die mussten damit alles bezahlen.

00:18:42: Das Theater, den Komponisten und Regisseure und Dirigenten waren eine einzige Person.

00:18:52: Also die Trennung gab es ja noch nicht damals zwischen Dirigent-Komponist und Regiseur.

00:18:57: Meistens haben sie einen Choreografen dazu gezogen, der dann die Tänzer einstudiert hat.

00:19:02: Aber die Produktion waren sozusagen alle aus einer Hand von der Person, die das auch geschrieben hat.

00:19:08: Dann mussten Sie die Sänger bezahlen und blieb fürs Orchester nicht viel übrig weil alles mit dem Erlös von einem Ticket bezahlt werden musste.

00:19:18: dann ersehbar an den Besetzungslisten, die wir überliefert haben und bei Calisto waren es ganz wenige Instrumente.

00:19:26: Es gab zwei Geigen ein Schemballo eine Thorbe und eine Violone das heißt ein größeres Bassinstrument und das war's ja.

00:19:34: Wir in unserer Produktion und auch die anderen Dirigenten die heute Cavalli und Monteverde aufführen Wir versuchen wirklich dann auch alle Farben zu zeigen, die man im Seventehundert gekannt hat.

00:19:49: Damit das für heutige Ohren und für heutigen Ansprüche einfach eine sehr farbenreiche musikalische Hörgenuss wird.

00:19:56: Und es wird in den nächsten Tagen also ein großes Orchester zu uns da zustoßen?

00:20:00: Bisher hatten wir nur die Cemberley und Orgeln und zwei Hafen, man wäre jetzt gehört, also die Kontinuo-Gruppe.

00:20:06: Jetzt kommen zwei Blockflöten, zwei Zinken, zwei Posaunen.

00:20:11: Zwei Geigen, auch kontrabass und Schlagzeug.

00:20:14: Also ein richtiges Orchester mit zwanzig Jorgen.

00:20:18: Rente ist ein gutes Stichwort!

00:20:21: Wir haben in diesen Opern gerade bei Black Alisto viele Götterauftritte, viele magische Auftritte... Die Bredo steht an mehreren Stellen.

00:20:32: hier wird getanzt.

00:20:33: Diese Musik ist aber nicht erhalten.

00:20:35: Und sie haben gemeinsam mit Stefan Erheim eine Fassung erarbeitet wo sie Musiken ergänzt haben.

00:20:43: Können Sie kurz beschreiben, wie Sie das gemeinsam gemacht haben?

00:20:48: Ja vielleicht noch zum historischen Hintergrund was auch interessant ist es ist tatsächlich oft so dass vor allem diese venezianischen Manuskripte wirklich fast keine Instrumentalmusik enthalten haben.

00:21:01: Und da kann man auch sehen, dass in anderen Manuskripten zum Beispiel in Rom, in Bologna auch in Wien oder später in Paris diese Opern sind ja dann auch gewandert.

00:21:10: also viele Cavalliopern wurden dann in Paris aufgeführt wo dann plötzlich Lulili ganz komplexe Tänze dazu geschrieben hat.

00:21:19: eine Cavalliooper ist sogar Englisch übersetzt worden, die ist nach England weitergewandert.

00:21:25: Also die Opern waren sehr populär und haben sich dann auch immer verändert je nach Land- und Geschmack usw.

00:21:32: Aber ganz richtig in den venezianischen Manuskripten sieht man oft die Indikation auch nämlich Preto wo dann steht Koro di Damicelle oder Koro d'Ninfe Wobei nicht der Chor gemeint ist, der singt.

00:21:48: Sondern das heißt es sind Tänzer oder Schauspieler gewesen die dann auf der Bühne waren und also wahrscheinlich, höchstwahrscheinlich Tänze waren, die dann eben diese Stummenrollen verkörpert haben ja?

00:22:02: Und dafür gibt's fast grundsätzlich keine Musik.

00:22:07: in den Manuskripten man weiß nicht was da gespielt wurde beginnt dann eine Rekonstruzionsarbeit, wenn man eine Ausgabe machen möchte.

00:22:16: Und das ist natürlich sehr komplex, das Ganze zu arrangieren und entweder Musikstücke zu finden die so anders gibt oder selber welche zu schreiben.

00:22:26: Da haben wir tatsächlich mit Stefan Herrheim und natürlich auch mit ihrer Hilfe dann sehr präzise uns vorgestellt was brauchen wir wo?

00:22:36: Wie soll das klingen und was soll es für ein Charakter haben?

00:22:40: Und dann habe ich dann entsprechend die Musik danach gesucht, nach den Ideen und den Vorstellungen von Stefan Herrheim.

00:22:47: Die Musik da reingebastelt.

00:22:51: Eine letzte Frage noch!

00:22:53: Sie haben mit La Peggiata immer viele improvisatorische Elemente in ihren Konzerten.

00:23:00: Ich würde fast sogar sagen dass für viele Musikliebhaber – ich spreche davon mir Sie eigentlich mit dem Ensemble an zur Bewusstsein gebracht haben, was für ein wichtiger Bestandteil Improvisationen für die Musik des siebzehnten Jahrhunderts ist.

00:23:14: Nur ist eine Opernaufführung einer genau geprobte Angelegenheit.

00:23:17: Stefan Hearn ins Net gegen kleinen Finger.

00:23:19: Die Lichtstimmung sind genau festgelegt und es fiel sehr fest geklopft.

00:23:23: Geht das im Moment der Improvisation?

00:23:25: Und worin besteht das

00:23:26: noch?

00:23:28: Also in der Oper können wir nicht so viel improvisieren wie sonst.

00:23:31: Das muss tatsächlich viel festgelegter sein, deswegen sind die Arrangements auch nicht improvisiert sondern ausgeschrieben.

00:23:39: Es gibt ein paar Stellen wo man improvisieren kann zum Beispiel der Stücken im Fabella von Satirino.

00:23:45: da ist eine lange Improvisation eingeplant die dann auch choreografiert ist.

00:23:52: das heißt Das ist dann strukturell festgelegt, wie lang das sein soll.

00:23:58: Aber welche Noten die Leute spielen?

00:24:01: Ist frei improvisiert.

00:24:07: In der OPA muss das Timing einfach stimmen.

00:24:11: dann und das muss auch geplant sein.

00:24:13: Und da besteht nicht so viel Improvisationsfreiheit, aber natürlich muss man schon sagen dass der Passo Continuo keine geschriebenen Noten spielt.

00:24:21: Passo Consino improvisiert generell und die Verzierungspraxis ist innerhalb der geschriebenen Noten immer etwas, was improvisiert ist und was die Instrumentalisten nach wie vor machen müssen oder dürfen oder sollen.

00:24:39: Das ist nicht alles ausgeschrieben natürlich.

00:24:42: Vielen Dank, dass Sie natten waren!

00:24:54: Ja Stefan wir sind jetzt seit fünf Wochen am Proben für dieses Stück.

00:25:01: Morgen wird die Klaviererprobe stattfinden also mit einem Arbeitsprozess.

00:25:05: es ist ein Stück verschiedenen Ebenen und ein bisschen ein barockes Welttheater, wie wir es bei Shakespeare auch kennen mit sehr unterschiedlichen Figuren.

00:25:14: Und es gibt aber eine Sache die uns immer stärker in letzten Tagen aufgefallen ist.

00:25:19: Es ist nämlich auch ein Stück über Theater spielen.

00:25:21: eigentlich spielen alle Figuren einander etwas vor?

00:25:24: wer spielt da eigentlich was für wen?

00:25:28: Ja ich hoffe am Ende für uns und zur Freude aller Beteiligten.

00:25:35: Für mich ist Theater Ein Theater ist ein Tempel.

00:25:40: Ich glaube, das war für Kavalle auch nicht anders.

00:25:42: Der begann in San Marco und änderte in San Marco ein paar Fußschritte weg von diesem Theater wo er viele seine Werke so aufhörungen brachte in Venedig was sich befand in einer Situation.

00:25:54: Da könnte man Stunden lang fortfähigen.

00:25:55: wir haben sehr viel darüber geredet.

00:25:57: Was war Venedigh eigentlich zu dieser Zeit?

00:25:59: Und warum wird der Opa in der Form wie wir es annähernd jetzt auch heute noch strukturell als das bürgerliches Theater auch kennen entwickelt und wie hat sich das entfalten?

00:26:11: Nein, es ist wirklich ein Panoptikum.

00:26:13: Man kann vielleicht von einem Pandemonium sprechen.

00:26:16: Pan ist auch eine wichtige Figur in dieser Oper.

00:26:19: Es ist eigentlich ein Wahnsinns... Das klingt so negativ wenn man Kudli Muddl sagt aber es ist eigentlich ... Ein völlig moralloses nebeneinander von unterschiedlichsten Stilhöhen, gestalten Ideen.

00:26:39: Ideale natürlich, hohe Heere, ideale, von Liebe und vom Treue auch von Macht und Verantwortung.

00:26:49: Ich glaube das war auch ein Grund weswegen wir uns gleich über dieses Werk geworfen haben.

00:26:53: allein diese Disposition dass die Welt brennt, also das es kein Wasser mehr gibt.

00:26:59: Das führt uns sofort auch in dem heutigen Chaos der Gefühle, der Leidenschaften, die unsere Welt so aussehen lässt wie sie ist.

00:27:08: und dann zeigt sich aber – warte mal kurz!

00:27:10: Das ist gar nicht so, wie es eigentlich vermeintlich aussieht.

00:27:13: Kalisto glaubt... Die Erde, die Menschheit wird bestraft also fast nach christlichen Vorbildern.

00:27:20: Aber es ist eigentlich ein dummer Unfall weil der Sohn Apollons hat den Wagen seines Vaters ausgeliehen und ist total rabiat durch die Stadt mit dem Sonnenwagen Apollos und hat deswegen das Universum in Feuer gesetzt.

00:27:35: Genau!

00:27:36: Und das macht dieses Werk auch relativ kompliziert von der Lesbarkeit.

00:27:41: Du hast von zwei Mythen gesprochen, die einen zueinander finden.

00:27:44: Herr Deodotten, natürlich Ovid ist die Hauptquelle dieses Werks aber allein diese drei gespaltete Erzählweise mit Kalisto... Also eigentlich ist Schlüssel-Ungelpunkt Isardiana in diesem Stück und die stellt sozusagen eine Weiblichkeit dar als Amazonie, die nur männliche Attribute der Jagd auf Richtigkeit der Machterhaltung personifiziert und gleichzeitig auch sofort uns mit sich mitteilt.

00:28:17: Also sie kommt auf der Bühne, ich bin die Jundi, zieht eine Mione schlafend und zeigt sich sofort als ein vollkommen anderer Gestalt.

00:28:25: also alle tragen extremer Masken in diesem Werk und das gehört natürlich auch so ein Stehungsgeschichte dieses Werkes und zur Erfolge der Ober.

00:28:33: wir leben in einem total Schizophrenen statt, wenn man so will.

00:28:38: In der alten edlen Herin Lagunenstadt die Republik Venezia lebt eben von Nacht und vom Tag Von Karneval und dem vom Geistlichen Erwertung durchzogenen Alltag nebenbei.

00:28:55: Und nur in diese Wechselwirkungen kann eigentlich solche Werke auch entstehen.

00:28:59: eben natürlich alles im Schatten Shakespeare, ist keine Frage.

00:29:02: Wir sind mit einem Sommernachtstraum wenn man so will aber eigentlich noch viel wilder insofern dass so viele strenge und Nebenhandlungen ineinandergreifen ohne ein lineare nachvollziehbare große Idee zu verkörpern und jede einzelne Idee wird untergräbt sich selbst unterwegs Und das ist so höchst menschlich.

00:29:23: Das kommt zum Ausdruck in eine Musik die plötzlich wie Christina schon so toll auf den Punkt brachte, eigentlich fast schon auch bekannt vorwegnend oder weitgehend anticipiert mit Gesangslinien die wirklich einen Einblicke in die Seele der jeweiligen Repräsentanten von ganz anderen Ideen zum Ausdruck bringen.

00:29:43: Also Armo ist ja die Figur, die nie auftritt aber die doch dauernd präsent ist.

00:29:47: Alle Figuren sind in einem Stück permanent sexuell frustriert weil sie ihre Begede eigentlich nie bekommen Aber Sie singen ungeheurer sinnliche Musik.

00:29:56: Ist das ein Widerspruch der produktivsten Stücke?

00:29:58: Naja, es ist vielleicht schwer für uns nach so viel, dass sowas destruktives wie diese brennende Welt wo die Menschen vergehen vor Durst und wird sofort verklärt als nur ein Spiegelung dessen was in jedem einzelnen von uns dar vorhanden ist, nämlich unerfüllte Leidenschaft.

00:30:15: Es ist das Feuer der Herzen und was gelöscht werden muss, ist eine unendliche Geschichte voller Leidenschaft und auch Zweifel an der eigenen Integrität unterwegs um das irgendwie aus Baden zu können im Verhältnis zu den Erwartungen mit den jeweiligen Figuren.

00:30:33: Jetzt hast du dir von der Bühne eine Silkebauer, also einen Zauberkasten auf die Bühnen bauen lassen.

00:30:37: Denn das Stück beginnt ja in einer Grotte der Unsterblichkeit, in einem Prolog.

00:30:43: Es geht um Sonne, Mond und Sterne.

00:30:45: Diese Bühnung kann unglaublich viel, so ein Abstrakt die Böhne.

00:30:49: Vielleicht kannst du dieses System ein bisschen beschreiben was für eine Zaubergühne wieder sehen werden?

00:30:55: Na ja, ich habe es hier gesagt.

00:30:56: Eigentlich müssen wir für ein hochkomplexes Stück was so unglaublich viele Szenen hat und Szenennwechsel müssen wir ein sehr, sehr einfaches Prinzip erfinden.

00:31:08: Und für mich war sofort klar Wir müssen eigentlich die Baroquebühne per se als virtuelles Theater Ja, virtuelle Wirklichkeit eigentlich auf der Bühne bringen.

00:31:20: Eine Welt die alles kann und haben uns dann entschieden also nicht mit den schönen gemahlten Prospekten und Gassen und es ist ein Gassenteater, es sind nichts anderes aber es ist eigentlich nur ein schwarzes Loch in dem wir dann allein durch Licht- und Video unglaubliche Veränderungen herbeifüllen können.

00:31:37: und sehr, sehr schnelle Bühnwechsel eben so dass man merkt von Anfang an Es ist ein sehr gesetztes Inziggeschlossenes Prinzip Und da drin entsteht aber eigentlich etwas, was sozusagen die Gravität sowohl des Denkens als auch des Fühlens, aber auch als zertrales dramaturgisches Prinzip nahezu auflöst.

00:31:58: Die Atoren dieses Werkes von Stini und Cavalli hatten so eine Erfolgsformel entwickelt für ihre Opern nämlich es gibt zwei Paare, die am Ende heiraten.

00:32:07: In dieser Oper ist das nicht so.

00:32:09: Das eine Paar Jubiter und Kalisto endet irgendwie in den Sternen, das andere Paar endet in Schwermerei auf Distanz.

00:32:17: Möglicherweise ist es der Grund dafür dass die O-Bauer überhaupt keinen Erfolg hat aber darüber will ich nicht mit ihr reden.

00:32:23: Wie endet denn eigentlich das Werk?

00:32:25: Also was heißt denn das eigentlich wenn eine junge Frau nach einer Begegnung mit einem mächtigen Mann zu einem Sternbild wird?

00:32:32: wie übersetzt du dir das?

00:32:34: Also was passiert wirklich?

00:32:35: Das ist immer die Frage.

00:32:37: und zu Recht gesagt, ist es überhaupt ein Happy End.

00:32:39: Und ob wir das noch klären bis zur Premiere weiß ich nicht.

00:32:41: Ich glaube der spannende ist dass das Publikum auch eigentlich in dieser Ratlosigkeit überlassen wird bzw.

00:32:48: in diese Ambivalenz der Möglichkeiten selbst eine Entscheidung Obrigkeit ausmachen muss.

00:32:57: Es geht mir diesen Prolog los, da geht es eigentlich nicht um Sonne Montensterne sondern es geht eigentlich um die Ewigkeit, es geht um die Natur per se und es geht unter Schicksal.

00:33:06: also drei allegorische Figuren irgendwie in diese Grotte aufhalten gemeinsam und dann wie drei Nornen, vielmehr als von später oder anderen mythologischen Quellen hat sozusagen das Prinzip was im Raum steht nämlich der Auftrag den Destino im Raum bringt Kalisto alles Delle so bringen.

00:33:26: Das heißt also die Verklärung die Apotheose eine Frau zu einem Steinbild an dem sie durch allen Zeiten uns in der Ewigkeit hinein uns erleuchten soll als ein Prinzip ja wofür?

00:33:37: Das ist dann eben die Frage Warum passiert das eigentlich?

00:33:41: Und ist das dann wirklich eine Verklärung?

00:33:43: oder ist es ein Ausstoß aus einem Leben, was diese Frau erlebt.

00:33:47: Die widersprüchlichkeit auf die ich hinaus will, ist ja schon bei Ovid.

00:33:50: Warum muss sich Jove verkleiden in der Göttin Diana wenn er sich vergewaltigt.

00:33:57: Das wäre doch eigentlich gar nicht notwendig.

00:33:59: und in dieser Ampivalenz bewegt sich die ganze Zeit diese Handlung, ja?

00:34:03: Und das Stück beantwortet eigentlich keine Fragen richtig in diese Hinsicht sondern rollt einfach von einer Szene in der Nächste und lässt diese Widersprüche vollkommen offen.

00:34:11: auf eine moralische Ebene zumindest Ja.

00:34:14: Deswegen bleibt es uns überlassen genau wie im Umgang mit der Musik Gestalt Form Zeit so Formen zu definieren und wir haben sehr stark versucht sozusagen das Publikum und uns selbst auf diese Tour de force in Fallen zu locken, wo man denkt ah aber doch nicht.

00:34:31: Und es ist wahnsinnig irritierend und wahnsinnigt herausfordernd und ich glaube ich habe nie mein Leben eine Arbeit gemacht, wo ich eben so wenig den Sängern sagen konnte, es ist das und von da nach gehen wir im Einklang mit der Musik.

00:34:43: Sondern wo ich immer abwarte, improvisatorisch nahezu aus jeder Szene heraus was es denn sein könnte damit auch diese Fall höher entsteht und damit das Ärgernis einer Unvollkommenen weil so menschlichen Geschichte entsteht.

00:34:58: Meine letzte Frage hast du ein bisschen schon angeschnitten auf einer theoretischen Ebene, aber ich möchte dir auf einer praktischen Ebener noch mal stellen.

00:35:04: Wir reden lange lang an den Voraus über solche Stücke und viele, viele Aspekte.

00:35:08: Am Ende kommen wirkliche Menschen dazu.

00:35:10: also plötzlich hat La Calisto Eingesicht, plötzlich bei Dean Faier EingEsicht.

00:35:13: das sind Ränger-Kollegen die hier zu uns kommen.

00:35:17: Wie hört sich der Stück für dich verändert durch den Kontakt mit unserem Ensemble?

00:35:21: Was ist für dich dazugekommen und was hat sich bereichert?

00:35:24: Naja, wir haben es ja sehr auf der Waage gelegt.

00:35:27: Peter Halkas sitzt da hinten, unsere Castingdirektorin war natürlich mit mir und Kristina von Anfang an sehr bemüht dass wir diese Archetypen um die es sich eigentlich handelt zunächst mal charakteristisch definieren das wir uns einig sind welche Temperatur welches Alter was wenn Typ wollen werden überhaupt und vor allem dann gleichzeitig natürlich auch passen dass wir hier einen Ensemble gründen

00:35:51: wo

00:35:52: nicht alles gleich klingt von den Stimmen, weil sehr viele dieser Partien liegen eigentlich immer in einer Mittellage.

00:36:00: Es gibt kaum Extreme also man kann eigentlich gar nicht von reinen Sopranrollen singen obwohl alles eben ein Sobran heißt auch bei den Männern.

00:36:10: relativ tief die ganze Zeit, also da einen ganz klaren Unterschied zu Calisto.

00:36:15: Und die beiden Partien begehen sich ja nie auf der Bühne und werden nie eigentlich erklärt warum sie überhaupt gleichzeitig parallel stattfindet.

00:36:21: Also da windelt sich zwei wie du so schön sagte Mythen ineinander die ganze zeit und Gleisig hat man das Gefühl es ist doch ein Spiegelbild zwei.

00:36:29: Das ist eine Geschichte gespiegelt in männlich und weiblich Ja?

00:36:32: So haben wir auch versucht das Ansammelszusammenzusetzen.

00:36:37: Wir uns sehr im Klaren werden wir einladen.

00:36:39: Also, wenn Marcel Beckmann kommt als Lämpher, dann weiß man was man

00:36:42: bekommt.".

00:36:42: Von daher sind die Überraschungen dieses Besuch nicht so groß und trotzdem merkt man ... Die Arbeit kann erst be-.

00:36:49: also alles ist theoretisch bis dahin und erst bei den Proben beginnt man tatsächlich zu erahnen wovon man intuitiv ausgegangen ist.

00:36:58: Das war unser Podcast Probenzimmer.

00:37:00: das nächste Proben Zimmer isst dann wieder mit Christian Schröder Und dann geht es um Richard Wagners der fliegende Holländer.

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