Alessandro nell’Indie

Shownotes

Für alle, die von Countertenören nicht genug bekommen können: Leonardo Vincis Barockjuwel ALESSANDRO NELL'INDIE kommt am MusikTheater an der Wien zur Österreichischen Erstaufführung. Mit dabei: Zwei Countertenöre, drei Sopranisten, ein Tenor, Farben, Drama und eine Geschichte, die seit 1730 nichts an Wucht und Opulenz verloren hat.
Zu Gast im Podcast bei Kai Weßler sind in dieser Folge Regisseur Max Emanuel Cencic und die Musikalische Leiterin Martyna Pastuszka. Für einen musikalischen Eindruck sorgen Countertenor Jake Arditti und Sopranist Maayan Licht.

Transkript anzeigen

00:00:05: Probenzimmer, der Podcast aus dem Musiktheater an der Wien.

00:00:08: Heute mit Kai Wesler.

00:00:18: Leonardo Vinci's Oper Alessandro Nellini ist das Thema des heutigen Podcasts und bei der Martinee hatte ich die Gelegenheit mit der musikalischen Leiterin Martina Pastuska und mit dem Publikum Max-Emmanuel Czętsic über diese Oper zu sprechen.

00:00:32: Wir haben vor einigen Wochen hier im Theater Nevin die Opera-Buffa L'Operaseria gespielt von Florian Gastmann.

00:00:38: Eine großartige Parodie auf die ernste Oper des achtzehnten Jahrhunderts und wir liefern Ihnen jetzt gewissermaßen nachträglich die Erklärung dazu ab, indem wir Ihnen eine wirkliche Opera-Serie präsentieren.

00:00:50: Wenn wir in Opera-Serien denken dann denken wir oft an die Opern von Georg Friedrich Händel und das sind aber eigentlich eher ungewöhnliche Produkte des achtzehn Jahrhunderts für London geschrieben, also für einen das israelienisch nicht mächtiges Publikum-Händler.

00:01:03: Viele Sonderformen gemacht und wir haben mit Vinci wirklich einen Komponisten in dem ein Original-Libretto von Chitro Mitastasio zum ersten Mal vertont worden ist.

00:01:11: eine Operaserie in ihrer Reihenform.

00:01:13: Siebtschott dreißig wurde sie im Theater Delle Dame in Romuhr ausgeführt.

00:01:18: der Name des Theaters täuscht.

00:01:20: Damen waren daran nicht beteiligt und auch darüber werden wir nachher noch reden.

00:01:24: die Oper wurde zweitausend Zweiundzwanzig beim Bayreuth Baroque Opera Festival, zum ersten Mal wieder gespielt seit der Entstehungszeit und diese Produktion von Max-Emmanuel Czengic haben wir hier ins Theater in Berlin geholt um sie noch einmal einem breiteren Publikum.

00:01:39: Sie ist damals auf Arte gelaufen aber auch nochmal auf den Bernder Form hertheatral zu zeigen!

00:01:45: Bevor wir über den Komponisten sprechen erzähle ich kurz worums geht soweit es in wenigen Worten möglich ist.

00:01:51: Alexandronel India, das ist Alexander der Große und sein Indien-Feldzug.

00:01:55: Alexander hat im Jahr dreihundertzwanzig vor Christus den König Poros in Indien besiegt.

00:02:02: Poro heißt er in Europa Und wenn wir von Indien sprechen dann muss man ein bisschen differenzieren.

00:02:07: Die Menschen des achtzenden Jahrhunderts haben sich unter Indien vor allem ferne Länder vorgestellt.

00:02:12: Es gab dass östliche Indien, das indien-orientale und das westlichen Indien.

00:02:17: die Indian-Occidentale also der amerikanische Kontinent wurde ebenfalls als Indien bezeichnet.

00:02:22: Das was hier mit Indien gemeint ist im Grunde genommen das Gebiet des heutigen Afghanistan und Pakistan.

00:02:28: Das war aber für die Griechen in der Antike und im Grunden genommen von Erfahrung her auch noch für die Menschen des achtzenden Jahrhunderts Kera incognito das Vorstoßen in unbekannte Welten also gewissermaßen wie eine Expedition auf den Mars.

00:02:41: Die Handlung setzt ein unmittelbar nach der Schlacht zwischen Alexander und Poro.

00:02:46: Poro möchte selbst Not begehen, er wird aber davon abgehalten von seinem General Gandaretet.

00:02:51: die beiden tauschen die Rollen das heißt Poro tritt vor Alessandro unter dem Pseudonym Asbite und in der Rolle seines eigenen Generals während Gandarte die Rolle Alexandras übernimmt.

00:03:02: Die Handlung ist eine Abfolge von verschiedenen Intrigen, also Poros versucht immer wieder Alexander zu ermorden.

00:03:09: Gleichzeitig gibt es eine Liebesgeschichte.

00:03:11: Aleksander ist verliebt in Cleofide... Porro is verliebt in Kleofide Eine andere indische Königin oder Königinn eines anderen Teils von Indien Und Kleofidede vertritt eine andere Strategie gegenüber Alexander.

00:03:23: Sie setzen nämlich auf List und Verhandlungen statt, auf Gegnerschaft- und Mordanschläge.

00:03:28: Und diese ihre Verhandlungsbereitschaft und ihr Willen immer wieder mit Alexander in Kontakt zu treten sorgt bei Poro für Eifersucht.

00:03:35: Die Frage wer damit wem ist ein Motor der Handlung.

00:03:39: Es gibt ein zweites Liebespaar das ist Eri Seher die Schwester von Poro und der General Gandarte, den ich bereits erwähnt habe.

00:03:46: und es gibt einen Bösewicht Ein Freund und Vertrauten von Alexander, der sich später als Feind herausschlägt.

00:03:55: Die Oper geht gut aus trotz der vielen Selbstmordversuche.

00:03:58: Man kann diese Oper auch anders erzählen, man kann auch sagen wir haben sechs Figuren einen Herrscher ein Verräter und zwei Liebespaare Ein hohes und ein niederes Paar.

00:04:08: Wir haben drei sich Arien ein Accapagnato ein Doet und zwei Köre Zwei Accapagnati!

00:04:13: Wir haben ich glaube vier Selbstmords Versuche Und am Ende gibt es ein Happy End.

00:04:18: Max wenn wir über die Testasie sprechen dann Es reden wir über einen Schriftsteller, der einen nicht so ganz guten Leumont hat im deutschsprachigen Raum.

00:04:27: Das ist oft davon die Rede des Figuren sein so Standardfigur und es gäbe hohes Pathos.

00:04:32: In Italien sieht das ganz anders aus gibt es Werkausgaben von Metastasio.

00:04:36: Und wenn man dann wirklich mal ein Libretto von ihm liest und zwar für mich auch in den ersten Gelegenheiten einfach einmal eine Original-Librette von MetaStasio zu lesen, dann stellt man fest, dass sind verdammt gut gebaute Stücke!

00:04:47: Vielleicht kannst du uns ein bisschen erzählen was denn die Qualitäten von Metasta... gerade in diesem Werk?

00:04:52: Ja, Metastasio ist wirklich einer der genialsten Libertisten des achtzenden Jahrhunderts.

00:04:59: In dem Sinn weil er die meisten dramatischen Stoff für die Opern im achzehnten Jahrhundert geliefert hat also alleine alles.

00:05:08: Santronelinde wurde siebzigmal vertont von siebzig verschiedenen Komponisten im Laufe des achzehnten Jahrhunder und sogar beginnendem neunzehnte Jahrhundred.

00:05:18: seine Libretti haben sich eine enorme Beliebheit erfreut.

00:05:23: Das liegt halt einfach daran, dass man das Stasio wirklich im Mittelpunkt der Aufklärung war.

00:05:30: also seine Stücke Gehen alle, handeln im Grunde genommen immer um die aufklärrischen Ideen.

00:05:38: Und diese aufklärrische Ideen werden immer wieder in seinen Opern Libretti aufs Neue präsentiert.

00:05:45: und auch wenn man auf den ersten Blick das nicht glaubt.

00:05:49: aber Metastasio ist sehr politisch.

00:05:51: vor allem Der junge Metastasio ist sehr politisch.

00:05:54: Er ist ein bisschen eingeschlafen, wer nach Wien gekommen ist und dann Hofdichter geworden ist.

00:06:00: Da muss er ein bisschen zurücknehmen.

00:06:04: Das wird schon sagen dieses Libretto war das letzte Librette was er in Italien geschrieben hat mit zweiunddreißig Jahren.

00:06:09: Und wenn er bei der Nachwien gekommen wurde, er Hofdichte und liegt übrigens in der Michaela-Kirche begraben.

00:06:15: Das Haus an Michaelaplatz, wo ihr gewohnt habt kann man sich heute alles noch

00:06:18: angucken Genau.

00:06:20: Und Metastasio hat in dieser Zeit, wo er noch nicht in Wien war sehr viele revolutionäre Stücke geschrieben.

00:06:29: und jetzt ich möchte es nicht aufzählen welche Stücke alle unterschiedliche politische Ansichten und gesellschaftliche Ansichten präsentieren aber erst man kann ihn wirklich sagen dass er schon die in früherer Form schon wie ein Beaumarché in die Richtung gegangen ist angesprochen hat, die man vorher eigentlich auf der Bühne sich nicht getraut hat in der Form zu machen.

00:06:56: Aber was schön an Metastasio ist er packt das immer sehr elegant.

00:07:01: Also es gibt natürlich auch Stücke aus Venedig, aus dem siebzehnten Jahrhundert die sehr derrt und sehr politisch sind und sehr direkt.

00:07:12: Und Metastasio ist wirklich ein Prinz unter den Libertisten weil er in einer sehr vielschichtigen Art und Weise eine harte Botschaft einpackt und die Leute trotzdem erfreut.

00:07:30: Zurückkommend auf den Alessandro Nelindje überhaupt zur Entstehungsgeschichte.

00:07:34: Also ein Jahr vor Alessandro Nelundje gab es eine Petition in Rom an den Papst, er möge doch erlauben dass Frauen auf der Bühne auftreten weil damals war es ja so das im kirchlichen Staat die Frauen nicht auf der bühne auftreten durften und man hat damit quasi fast über hundert Jahre eine Art Travestie, Oper und Theater gepflegt.

00:08:01: Was für mich wiederum auch sehr exotisch ist und weshalb ich beschlossen habe... den gesamten Cast von Alessandro Nellindio original zu besetzen, weil das so ein bisschen wie der europäische chinesische Opa ist oder Kabuki.

00:08:18: Also es war eine eigene Art Form gewesen.

00:08:21: Es gab Kastraten und Sänger die sich nur auf Frauenrollen spezialisiert haben ihr Leben lang und richtige Stars in dem Metier waren.

00:08:30: Und da ging es mir darum, einfach das ein bisschen diesen Zauber wieder zurückzubringen auch.

00:08:38: Aber zurückkommend auf die Geschichte mit der Kurie hat dann diese Petition abgeschmettert und gesagt, nein, das kommt nicht in Frage!

00:08:48: Frauen kommen nicht auf die Bühne, es bleibt alles so wie es

00:08:51: ist.".

00:08:52: Dann kam mit der Stasio mit Alessandro Nellini plötzlich Alessandro Nellini eigentlich ist ein Stück, welches auf eine sehr elegante Art und Weise mit einem Augenzwing kann sozusagen dem Publikum erzählt über die Gleichheit der Frauen und Männer.

00:09:11: Und das verarbeitet er meisterhaft in diesem Libretto weil er sagt was ist das Problem?

00:09:19: Warum glauben die Menschen dass Frauen und Männer nicht gleich sind?

00:09:22: Ja dann holt es so holt er die ganzen Vorurteile gegenüber den Frauen, wie sie sind.

00:09:28: Sie sind eifersüchtig und so und so.

00:09:31: Und das alles sagt dann ja aber was ist wenn man zum Beispiel die Tugenden der Männer den Frauen gibt in einem Spiel?

00:09:44: die schlechten Charaktere, denen man den Frauennachsagt, den Männern gibt.

00:09:49: Und so entstand dieser Stück Alessandro Nellindia nämlich in einem Mondo inverso, in einer umgekehrten Welt, in der Porro wie eine Frau agiert also erst eifersüchtig und aufbrausend und kann sich nicht kontrollieren.

00:10:04: und seine Gefühle usw.

00:10:06: Also ich möchte nur diesen Vorurteil noch ein bisschen historisch weiterführen den Freude zitieren, mit der weiblichen Hysterie und so weiter.

00:10:17: Also diese Vorurteile haben sich ja so lange gehalten auch in der Psychologie selbst bis weit ins zwanzigste Jahrhundert dass man sieht ja das Metastasio hier schon sehr früh eben gerade mit diesem Vorurteil spielt.

00:10:31: und dann auf der anderen Seite setzt er Cleofide als ein komplettes Gegenstücksist mehr so der Staatsmann.

00:10:37: uns ist besonnen und sie macht Diplomatie und sie macht die Entscheidungen.

00:10:41: Sie ist so richtig der Mann in dieser

00:10:43: Kanzelung, ja?

00:10:44: Total

00:10:44: maquirlistisch eingestellt!

00:10:45: Aber natürlich, sie sagt Ja ich nütze meine weiblichen Reize um Alessandro zu verführen.

00:10:50: aber das Ziel ist nicht dass ich ihnen verliebt bin sondern Ich möchte ihn dazu bringen das Frieden, der da ist und dass Indien etwas davon hat.

00:10:59: Und ich diene ja Indien als Königin.

00:11:01: Also diese Rollentausch ist sehr subtil aber interessant und dadurch entsteht ein herrliches Spiel einfach zwischen diesen Geschlechtern.

00:11:15: Dann gibt es das zweite Liebespaar.

00:11:17: Er ist sehner wiederum, sie ist eine komplette Nymphomane und möchte mit allen Griechen schlafen.

00:11:22: Und mit allen Männern Sex haben und vieler Liebhabern haben.

00:11:25: Und Gandarte ist so der Pantoffelheld, der zu Hause sind zu sagen, ach ich bin so verliebt und ich habe nur dich im Kopf und sonst niemanden.

00:11:32: und ich arme Mann und du schläfst mit allen Männern und ich bin hier und es passiert nicht sehr um.

00:11:38: das ist aber damals in der Realität natürlich anders gewesen.

00:11:40: ja die Männer hatten ja mit Dresden Wirtschaften und die Frauen sind eben diejenigen gewesen die Zuhause gesessen sind.

00:11:46: Und das dreht eben metastasio köstlich um in dieser Drama-Jocosa, fast sagen wir so.

00:11:55: In der diese Vorurteile gegenüber den Geschlechtern mit denen spielt er in dieser gesamten Operaserie und das ganze Stück endet dann im Tempel von nicht vom Joe, sondern im Tempel von Bachus und zwar deshalb weil eben Bachus ein Gott der katholischen Werte ist, also der weiblichen Welt.

00:12:19: Der Erde des Lustvollen während Joe sozusagen in dem Fall der Gott, der Vernunft oder das Männchen wäre.

00:12:27: aber man merkt natürlich dass hier durch die Symbolisme mit denen Metastasio herum spielt und diese ganze Story sehr vielschichtig aufbaut hier ganz klar also mit Augenzwinkern eine Kritik zurück an den Papst Und an die Kurie schickt und das dann auch noch im kirchlichen Staat ein Jahr später aufhört, dem Theater der Dame.

00:12:52: Und du hast es jetzt eigentlich schon gesagt in dieser Operaserie gibt's erstaunlich viel Humor?

00:12:57: Es gibt Szenen, die sind sehr augenzwingend können, es gibt ja viel Ironie...

00:13:00: Genau!

00:13:01: Aber es gibt natürlich auch dramatische Momente.

00:13:03: also es gibt denn natürlich auch so Momente wo wo das Publikum zum Nachdenken gebracht wird, wo z.B.

00:13:11: Poro so rasend eifersüchtig wird dass er in einem Moment Cleofide umbringen möchte.

00:13:19: Und da kommt man schon zu diesem Thema Femizid und Ermordung der Frauen aus Eifersucht.

00:13:26: Das ist ja auch etwas, was im Palaccio viel später thematisiert wird in der Oper.

00:13:34: Hier finden wir das schon beim Metastasio und deshalb ist es ja so genial weil Metastasi in einer sehr vielschichtigen Form immer wieder diese gesellschaftlichen Beobachtungen in sein Libretto Also einbaut und wenn man sich mit ihm wirklich auseinandersetzt, merkt man eigentlich wie aufgehörig schon modern er eigentlich war.

00:13:57: Also weit entfernt von statisch und abgehoben von der Realität.

00:14:05: Da haben

00:14:05: wir sehr viel Handlungsumschwimmen.

00:14:07: also das ist wirklich eine dramatische Handlung die dauernd neue Wendungen nimmt?

00:14:11: Genau es ist halt eben... Er bringt mehrere Elemente zusammen.

00:14:18: Man muss sich hervorstellen, dass das italienische Oper eigentlich aus der Comédia dell'arte herausgewachsen ist.

00:14:25: Also Comédio dell'Arte war die erste oder die früheste Form des Unterhaltungstheaters im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert vor allem mit den verschiedenen Gaulklau- und Schauspielertruppten, die durch Italien mal gereist sind.

00:14:42: Und da man sich in Italien aber nicht gegenseitig verstanden hat, also so wie man im Närbel geredet hat, hat man in Venedig nicht geredeht und das war ja fast eine andere Sprache.

00:14:52: Da hat man sozusagen das gibberish erfunden, quasi eine Fantasiesprache die eigentlich gar nicht existiert, aber durch Gestikulationen und durch Mimic hat man den Leuten einfach eine Geschichte erzählt.

00:15:06: Das waren meistens auf Marktplätzen und dann irgendwann mal kamen die dran.

00:15:11: Also wenn das in Italien funktioniert, vielleicht funktioniert es auf der Adria und dann vielleicht funktioniert's in Deutschland.

00:15:17: Und dann gab es plötzlich diese reisende Comédia dell'arte Gruppe im sechzehnten Jahrhundert die weit in den Norden gereist sind nach Frankreich, nach Spanien und überall.

00:15:27: und so hat sich dieser Comédian de Larte einmal zuerst in ganz Europa verbreitet.

00:15:33: Und das war die Basis dafür, dass überhaupt die ersten operatischen Stücke auch so entstanden sind.

00:15:42: Die mehr Theaterstücke waren als wirklich operatische Stücke.

00:15:45: Jetzt ist aber so, dass natürlich Anfang des siebzehnten Jahrhunderts Winschi einen Riesenschritt nach vorwärts getan hat.

00:15:54: eigentlich baut er auf der Tradition von Alessandro Scarlatti weil Alessandro Scalati hat ja diese Form von Rezitativ und Aria, da Capo und wieder Rezitativ quasi entwickelt.

00:16:08: Und es gab mehrere Komponisten in seiner Zeit die diese Form mitentwickelt haben.

00:16:15: Winschi hat das übernommen

00:16:16: aber

00:16:17: er ist vom Kontropunkt weggekommen sondern und hat versucht die musikalische Linie dem dramatischen Kontext zuzufügen.

00:16:29: Deshalb wird Vinci eigentlich als der italienische Lulli bezeichnet, weil er derjenige war, der in den Arien wenn zum Beispiel ein Sänger über

00:16:41: Wind

00:16:42: singt oder über Wellen oder was das sich was dann Hört man plötzlich Hörner oder Obon, die dann so plötzlich aufbrausen und diese Naturversuch nachzumachen?

00:16:55: Das ist das was eigentlich Winchi erfunden hat und warum er revolutionär war.

00:17:03: Und es ist deshalb auch dass Handel eben viele seiner Opern in Pasticci wieder verarbeitet hat in London seine Opernkante Die Texte und auch vor allem die Form der Registrative studiert hat.

00:17:18: Händel hat viele Librette später übernommen.

00:17:21: Alessandro Nellini ist eigentlich Poro von Händl, aber in einer gekürzten Fassung.

00:17:27: Und Händle hat natürlich andere Metastasestücke übernomen wie zum Beispiel Ezio.

00:17:35: Ich glaube nicht, dass Vinci Ezio geschrieben hat.

00:17:39: Aber Porpora hat einen Ezio auch geschrieben.

00:17:42: Gluck

00:17:42: später auch!

00:17:44: Vinci war einer der wichtigsten Komponisten für mit Dastasio, weil er wirklich direkt mit ihm zusammengearbeitet hat.

00:17:49: Das haben sie gemeinsam gemacht, Alessandro.

00:17:53: Händl hat in allen seinen Passigi sehr viel Vinci verarbeitet und zwar unmittelbar nach der Entstehung.

00:17:58: Es kam wirklich mit dem direkten Post doch London.

00:18:02: Wir sind jetzt schon sehr in einem Komponenten drin.

00:18:05: der wichtigsten Kompolisten des neapolitanischen Stils.

00:18:08: Was heißt denn das eigentlich genau?

00:18:10: Also, worunter scheitert sich das?

00:18:11: von dem Niedig oder von London?

00:18:13: Eben genau das was ich jetzt besprochen habe und deshalb war die Zusammenarbeit mit Metastasio so eng weil Vinci wirklich interessiert war Musik den Text zu unterordnen Das war ihnen sehr sehr wichtig.

00:18:29: Der Unterschied wiederum zur der Venetianischen Oper die eher bis zum Zeitpunkt Zeitpunkt mehr, sagen wir mal so dominierend war.

00:18:37: So bis siebzig, sechzehn-achtzig, sage ich mal so... ...war die Form von einer Art Weltenteater.

00:18:47: also die Venetianische Oper muss man sich eher vorstellen mit vierzehn, fünfzehnt, sechszehn Charakteren, mit vier unterschiedlichen Parallelgeschichten, die teilweise absolut nicht miteinander was zu tun haben und wo das Vokale auch gar nicht so sehr im vordergrund steht, sondern viel mehr die theatralische Handlung.

00:19:10: Winschi hat tatsächlich versucht beides zusammenzubringen.

00:19:13: also sowohl Vokal hat er von Sängern viel verlangt und und sehr komplizierte Areien geschrieben und gleichzeitig aber auch sind die Räzitative der dramatischen Ausdruck sind sehr anspruchsvoll Metastasio auch sehr gefallen und deshalb waren sie auch eng zusammen in dem Punkt.

00:19:35: Ich glaube Semiramide, Rikonoschuta hat auch gemacht die Dona Bandonata

00:19:42: usw.,

00:19:42: also es gibt ja mehrere Opern, die Sie realisiert

00:19:46: haben.

00:19:47: Ihr habt vor einigen Jahren hier Vincis Opa davor, Arta Serse, Konstantant gespielt.

00:19:52: Auch hier mit der Artane Veens gibt man eine Aufnahme davon.

00:19:54: also du bist sozusagen die Verkörperung der Vinci-Wiederausgrabungen jetzt im ersten Jahrhundert?

00:20:01: Also ich habe die meisten Vinciopas gemacht, das stimmt ja!

00:20:04: Ich hab auch Katone Nutica von ihm produziert und aufgenommen Und wir haben auch Cismondo Redi Polonia mit Martina gemacht.

00:20:15: Das ist ja auch eines der Vincy die ausgegraben wurden und die wir viele Male im Konzert aufgeführt haben.

00:20:23: Das ist, glaube ich mittlerweile jetzt schon ... Die vierte oder die fünfte Winchi-Opa.

00:20:29: Wie bist du an diesen Komponisten gekommen?

00:20:31: Das sind Stücke, die vor allem Musikgeschichtsbüchern stehen, aber von denen es keine Notenausgaben gibt und keine Aufführungstraditionen gibt auf die man zurückgreifen

00:20:40: kann.

00:20:40: Ja wenn man jetzt viel mit Händel zu tun hat dann liest man ja auch was es da alles noch neben Händeln gab und dann kommen Namen hoch wie Winchi Ariosti und Lotti sich das ein bisschen zu streuen und dann schaut man mal eine Aria an, die zweite Aria in der nächsten Masion.

00:20:59: Das ist nicht schlecht und das ist nicht schlechter!

00:21:01: Dann grebt man noch tiefer und dann ja... findet man schon tolle Sachen.

00:21:05: Vor allem Porpora finde ich ja auch einer der Komponisten, die mir sehr am Herzen liegt und mit dem wir Bayreuth-Barock eröffnet haben – mit Carole de Calvo übrigens auch eine Travestioposrom aber die habe ich ja normal besetzt also mit weiblichen Partien weil das ist ja auch nicht so einfach.

00:21:25: diese ganzen Rollen mit Countertenure zu besetzen ist schon kompliziert weil jetzt nicht jeder all diese Rollen singen kann.

00:21:33: Und wir haben ja das Glück gehabt, dass beim Alessandro Nelindje wir doch all die tollen Sänger zusammenfinden konnten, dass sie immer derzeit auch Zeit hatten mitzumachen.

00:21:46: Das sind schon sehr exponierte Partien also Metzo-Sopran und so weiter.

00:21:53: Das wächst jetzt nicht auf jeden Fall.

00:21:57: Bei Granter Turnieren hat man vor zehn, fünfzehn Jahren noch gedacht.

00:22:00: Das sind Metzesupran-Stämmen.

00:22:01: Mittlerweile gibt es großartige junge Supranisten, die wirklich die hohe Suprandage ... singen können?

00:22:08: Ja,

00:22:09: genau.

00:22:09: Also deshalb war es ja zum Beispiel vor zehn, zwanzig Jahren noch gar nicht möglich ist in einer solchen Besetzung zu machen.

00:22:17: Aber heute mit Mayan und Bruno Dessar und J. Cardito

00:22:21: usw.,

00:22:22: das jetzt ist es aufführbar weil sie haben auch diese Lage um es zu singen.

00:22:27: also in den neunziger jahren hätte man das niemals machen können weil alle Countertenüre damals die gesungen haben waren alt und ich habe damals als noch Knam oder Wort Ewa Sopran gesungen, ja in den fünfundneunzig sechso-neunziger, siebenneunzieger Jahren.

00:22:46: Und ich meine da war ich ja glaube ich vielleicht siebzehn oder achtzehn Jahre alt aber man hat mich ja nicht ernst genommen in der Oper.

00:22:55: Der Reli Jacobs hat gesagt die Sollin der Kirche singen!

00:22:59: Ach so?

00:23:02: In der Zeit ist dieser Farinelli-Film rausgekommen, in dem man die Stimmen von zwei Sängern geklont hat.

00:23:07: Genau

00:23:07: ja!

00:23:08: Ein Countessinur hat die Mittellage gesungen und die hohen Töne...

00:23:11: Das war damals Derek Lee Regan und Frau Malaskot Lefskar.

00:23:16: Sie hat die Sopran gesungen Und dann irgendwie wenn sie nach unten gegangen ist Dann haben sie den Derek unten herangezogen.

00:23:24: Nur das haben sie glaube ich nur bei zwei Arjen gemacht und das war ein bisschen ein Gag für einen Film.

00:23:30: Aber im Grunde genommen hätte die Miles Goodlaphe alles singen können.

00:23:33: Also da wäre der Derek gar nicht nötig gewesen,

00:23:37: also... Wir sind froh dass wir heute echte Sopranisten haben!

00:23:40: Bevor wir gleich zur Inszenierung kommen, rede ich ein bisschen mit Martina und dann hören wir ein bisschen Musik wie das Ganze auch klingt.

00:23:47: Martina bist musikalische Leiterin der Produktion, dirigierst aber nicht sondern leidest die Aufführung von der Geige aus.

00:23:54: Das ist eine Aufführungspraxis der Zeit, aber es ist auch etwas was du sehr besonders machst.

00:23:59: Das erste Element, das es in der Musikentwicklung am besten ist, ist dass die Kondaktorin und die Musikdirektorin ein Teil des Musik-Making-Prozesses sind.

00:24:10: Sie brechen zusammen mit den Musikern und hoffentlich auch mit den Singen.

00:24:23: Das Wichtigste ist vielleicht, dass sie auf diese Weise nicht vor dem Orchester spielt sondern Teil des Ensembles ist mit den Sänger Atmet und mit den Instrumentalisten auch atmet.

00:24:32: Das bedeutet aber auch eine andere Aufstellung des Orchesters.

00:24:35: Die Struktur der Akustra verändert, denn statt jeder auf einer Person zu fokussieren, muss ich mir eine wahnsinnig große Hilfe von der Kontinue helfen, die für die Basis des Akustras eine riesige Verantwortung nimmt.

00:24:57: Also sie fokussieren sich nicht alle auf eine Person indirigenten, sondern alle über die Verantwortung und konzentrieren sich stark auf die Kontinuo-Gruppe.

00:25:06: Die von unten hier das Orchester führt und speziell auch in Rezitativen leitet.

00:25:11: Aber es gibt eine historische Praxis, die sagt, dass nur derjenige, der den Arias macht, das ist der Violin-Liter.

00:25:24: Es ist ein Grupp des Menschen, der immer noch die Verantwortung hat für das Spiel der Resultativen ohne die Interferenz von dem Violin.

00:25:41: Das bedeutet, dass beide dieser Gruppen zwei Kingdoms sind und wir müssen sie kommunikieren.

00:25:47: Das gibt

00:25:48: die moderne Art des Musizieren zum Blockmusik, wo alle auf den Dirigenten konzentriert sind.

00:25:52: Auch in Ricitativen.

00:25:54: Aber historisch würde man das so machen wie ihr es auch macht nämlich dass in Aarien die Konzertmeisterin leitet wären im Ritrativen, die die Kontinueuropa führt und damit sind wir zwei Königreiche sagt sie um.

00:26:06: diese beiden Königreicher also Kontinuo-Gruppe und der Rest des Orchesters müssen miteinander kommunizieren.

00:26:14: Ich hoffe, dass es viel Freude gibt für die Singers.

00:26:19: Ich habe noch nie darüber gesprochen, was eigentlich besser ist als ein Violin-Liter zu spielen oder wie das funktioniert.

00:26:24: Ich denke, es funktioniert.

00:26:26: Das ist warum ich es immer mache.

00:26:29: Aber auch, dass sie einen größeren Involvement in Musikentwicklung von den Singern farmer sind, als nur der ... Die Maestro, die in der Front steht und die Musikerlektion und die Dramaturgie governiert.

00:26:46: Für mich ist es vielleicht ein bisschen feministisch zu sehen, aber es kostet mehr Interversion und mehr Involvenz aus allen Gruppen.

00:26:59: Sie sind auch von den Dänsten, die eigentlich auf meinem Schein dansen.

00:27:10: Und sie müssen meinen Bogen beobachten und nicht

00:27:18: das Baton... Sie sagt, es gibt den Sängern eine große Freiheit.

00:27:21: Aber sie hat sich nie danach gefragt und das werden wir nachher tun was die Unterschiede in diesem Prozess sind.

00:27:27: aber es ist eben auch ein großer Unterschied ob Sänger oder auch Tänzer auf der Bühne, auf einen Schlag gucken oder eben auf einem Mogen und sie nehmen sehr viel von der Bewegung mit.

00:27:37: Und das spürt sich gerade zu körperlich, dass alle auf der bühne diese da mit ihrem Körper mitgehen.

00:27:44: Du bist Gründerin und Leiterin eines der, ich glaube, des prominentesten polnischen Beruforchesters Och Orchester in Katowice!

00:27:54: Und ihr habt viel Musik ausgegraben, ihr spielt viel unbekannte Musik.

00:28:00: Wie geht... Was ist eurer Schwerpunkt wenn ihr nicht open mit Maxi Manuel Cenzic macht?

00:28:05: Well if we are not doing with Max then try to do it someone else but its never the same pleasure.

00:28:10: But apart from playing opera We play a lot of instrumental music and Als polnischer Musiker existierte nicht so viel vor den romantischen Zeiten.

00:28:28: Eigentlich late classical music and Romantic times, und immer, dass jedes Land sehr viel fokussiert ist.

00:28:35: Und die finanziellen Ressourcen sind sehr viel in dem Moment, an dem die Musik die wichtigste ist.

00:28:41: Für uns ist es die romantische Musik.

00:28:43: Es ist das Chopin und all diese Komposzen, die wir eigentlich ... und aktiv in dem XIX-Centrum.

00:28:49: Außer von Opera, Baroque Musik und klassische Musik sind wir sehr fokussiert auf Romantikmusik und Pyrrhoden.

00:29:04: Die Orchester ist eine romantische Größe.

00:29:08: Ich sehe in front der Doppelwinds mit drei Trombonen und Offi Kläder mit dem Timpani und einem Choir.

00:29:31: Sie

00:29:32: hat auf der Keste vor fünfzehn Jahren gegründet, damals mit fünfzehnen Spielern.

00:29:39: Aber es gibt quasi keine polnische Musik vor der Romantik, also vor der Nationalbewegung im neunzehnten Jahrhundert.

00:29:44: Dann spielen sie viel Musik des neunzigen Jahrhundres dann auch mit großen Besetzungen aber eben auch auf historisch Instrumenten, also mit Blassinstrumenten und mit streichen Instrument in der Zeit.

00:29:53: Ja wir hören nun die Aria de Ericena Geviva Mante, die Jack Arditti als Ericena für uns singt und er wird begleitet von Anna Firlos am Klavier von Vladimir Waldham Violoncello und von Martina Pastuska mit der Violine.

00:33:42: Führende zu einer moderne Welt.

00:33:43: Ich habe gesehen, der Julius Chaser, den er gestern Abend noch gespielt hat sieht ein bisschen aus wie Tod auf dem Niel.

00:33:48: in vielen Fällen laufen Kaltentenöre mit Maschinengewehren über die Bühne und wir Dramatogen erklären dem Publikum dann warum das so wichtig ist dass wir die aktuellen Themen in Europa finden.

00:33:57: Du hast was völlig anderes gemacht und ich finde es großartig.

00:34:00: Du hast

00:34:01: eigentlich

00:34:02: die Künstlichkeit der Oper nochmal übertrieben ein bisschen nach dem Motto Zu viel des Guten ist wunderbar.

00:34:11: Ihr spielt das Stück in Indien, aber mit einer Brechung eines Theaters auf dem Theater?

00:34:17: Was ist dieser Erzählrahmen den ihr da geschaffen

00:34:20: habt?".

00:34:20: Ja der Erzähleramen ist natürlich für mich am Anfang... Ich stand bei einem großen Dilemma.

00:34:25: natürlich weil wenn man so ein vielschichtiger Stück von Metastasio hat wo eigentlich über Gleichheit der Männer und Frauen gesprochen wird viel Augen zwingen kann.

00:34:38: Da habe ich mir gedacht, ja das kann ich jetzt nicht so zu einem Suffergate-Stück machen oder irgendwas ganz was Ernstes kann es ja nicht sein.

00:34:47: auf der anderen Seite Das Stück hat sehr viele epische Szenen also Kampfhandlungen und große Armeen am Ganges zusammenbrechen von Brücken.

00:34:59: Und weiß das sicher?

00:35:00: was alles?

00:35:00: Ja, so ein bisschen extrem episch übertrieben.

00:35:04: Da bräuchte ich wahrscheinlich einen zwanzig Millionen Budget für sowas zu inszenieren.

00:35:08: Das heißt... Ich stand natürlich vor der Frage Was mache ich damit?

00:35:14: Und ich bin davon ausgegangen dass ich mir gedacht habe Metastasio war nie in Indien Und das Stück ist eigentlich nur, die Handlung ist nur nach Indien gerückt weil es eine Verkleidung ist.

00:35:30: Aber es ist ja keine historische Erzählung in keinster Weise.

00:35:35: also es hat nichts mit der Geschichte zu tun sondern es ist einfach nur Kulisse.

00:35:43: und Metastasio erzählt über ein imaginatives Indien von denen sich nur die Europäer so hineinimaginieren wird sein könnte aber eben nicht kennen.

00:35:54: Und dann kam ich ... Ich war einige Mal in Brighton, in Royal Pavilion In England und ich habe mir eracht.

00:36:02: Also als Kulisse ist es genau das, was eigentlich Metastasio macht.

00:36:07: Royal Pavilion ist diese europäische Idee von Exotik, von Indien, dass gar nicht wirklich existiert und dieser George IV oder als Prince of Wales war ja niemals in Indien hat sich aber ein Pavillon im indischen chinesischen Stil so bauen lassen aus einem Steel-Mix Max, wie sich halt Europäer damals vorgestellt haben.

00:36:30: Ich habe mir gedacht, ich lasse die Handlung eigentlich als eine Art Theater im Theater abspielen.

00:36:36: Und zwar es ist ein Abend in Royal Pavilion und ... wie man ihn nannte.

00:36:44: damals, Prince of Wales war ein Skandal umwobener Prinz der mit viel Metressen und Schauspielern und Leuten also quasi aus der Unterwelt umgegangen ist.

00:36:57: Und immer sehr extravagant angezogen war und sich dieses Royal Pavilion gebaut hat und erst umgeben nach einem Abendessen mit seinen Schauspillern Freunden und Metressen und so weiter.

00:37:09: Und sie beschließen nach diesem Abendessen im Royal Pavilion ein Spiel zu spielen, also quasi einen Amateurtheater in der Royalty.

00:37:21: Da muss ich gleich denken an die Kinder von Maria Theresia im Schönbrunn wo Sie ein Stück singen und spielen als Amateure.

00:37:31: Und er beschließt selber natürlich den Alexander den Großen darzustellen und die anderen spielen den Rest um ihn herum.

00:37:38: Und er flattert immer so rein und raus, weil auch diese Rolle von Alexander dem Großen in Alessandro und Elindio ist ein bisschen wie dieser wohlwollende Fürst der so quasi wie Deus Ex Machina mal so rein schlittert und bei ihm bis er so herum tut und dann ein bisschen ha-ha-ha sinkt und wieder rauskommt wenn Poro die Klofite ermorden will, kommt er wieder rein und unterbricht.

00:38:02: Die Handlung sagt nein stopp du kannst sie nicht umbringen das geht

00:38:05: nicht.".

00:38:06: Und ich habe mal gesagt dass ist so ein bisschen wie ja der Herr Prinz wünscht sich jetzt die Handlung so und so.

00:38:14: Damit hat das Stück aber eigentlich eine sehr interessante Kombination bekommen weil man dadurch mit all diesen auch epischen Momenten wie Schlachten uns weiter sehr spielerisch umgehen kann.

00:38:27: also da kommen Puppen in Spiel, da kommen goldene Tromedare die als Fahrräder genutzt werden also auf die Bühne.

00:38:35: Also man sieht dass diese Leute permanent versuchen zu improvisieren um eine Geschichte zu erzählen und das ganze hat halt eben einen sehr spielerischen Charakter.

00:38:46: darum ging es mir auch dass diese Leichtigkeit im Alessandro Nellindir beibehalten wird.

00:38:52: und dann habe ich mir noch gedacht Es wäre eigentlich geil, wenn man mit einem Bollywood-Koreografen, also mit Summon Rudra gemeinsam noch ein Vielzahl dieser Aryen quasi wie so ein Bollywoodstück inszeniert wo er eben die Choreografien reinbringt.

00:39:12: und diese Aryen weil sie – wie Sie schon gehört haben – die haben einen sehr tänzerischen Charakter.

00:39:18: Also der Winschi hat sehr viel Tempo drinnen, das ist schon fast ein bisschen wie cabaretartige Musik.

00:39:25: Eigentlich müsste man da auch tanzen können und dann gibt es eben immer diese Tanz-Szene mit sehr vielen Aryen zwischendurch die das einfach sehr Champagner Artig machen.

00:39:39: Wie gesagt, das ist eigentlich keine Operaserie sondern mehr so eine Operaseria Jocosa in dem Sinne mit einigen ernsten Momenten und das passt natürlich wunderbar zusammen jetzt.

00:39:52: Wir wissen auch von der Urführung dass es da Tänzer gegeben haben muss denn das ist ein Kohlografvermerk.

00:39:57: Erkläre uns vielleicht noch mal eben für die, die es nicht kennen.

00:40:00: Was ist diese Bollywood-Asthetik?

00:40:01: Also Bollyhood ist die große indische Filmindustrie, die aber auch etwas hervorgebracht hat was wir in Europa gar nicht kennen nämlich opulente Musical Filme.

00:40:10: Aber was ist das genau?

00:40:11: Naja also ich meine dass hatten wir ja auch in Europa in den zwanzigern dreißiger vierziger Jahren mit Marika Röck und so Ja!

00:40:16: Aber nicht mit so viel V.

00:40:18: Ja also die ganze...also die Uferproduktionen nach aus den dreißigern Jahren usw.

00:40:23: Die waren schon sehr aufwendig Mit sehr vielen Tanzeinlagen Gesang und so weiter.

00:40:28: Also das ist ja etwas, was quasi im Bollywood ein bisschen als Tradition hängen geblieben ist und hat sich sehr popularisiert und eine eigene Gattung entwickelt.

00:40:40: Und man muss nur ins YouTube gehen und Bollywod Songs reingeben und dann sieht man diese sehr aufwendig choreografierten Songs mit Schauspieler-Sängern, die halt eben tanzen und darstellen und singen.

00:40:53: Und was da sich was alles.

00:40:55: Das könnte man jetzt aber auch mit Barock kombinieren weil es wäre ja interessant der indischen Bollywood Tanz mit Barok zu kombinierend.

00:41:07: mein Streusel auf dem Kuchen gewesen, wo ich mir eracht habe.

00:41:09: Ich gebe dem Ganzen ein bisschen einen modernen Twist.

00:41:12: Wie hat denn Schumann-Rothmann reagiert als du die Musik zum ersten Mal gemacht hast?

00:41:16: Er war

00:41:16: völlig entsetzt!

00:41:19: Weil in unserem ersten Gespräch mit Schummern war... Schummann hatte eine Bollywood-Danzschule in Athen Mit seiner Frau.

00:41:30: Und die machen ein Bollywood-Fest, weil jedes Jahr im Juli... ...und laden Leute aus Indien ein und Tanzgruppen und das ist ganz toll!

00:41:38: Also Open Air

00:41:39: usw.,

00:41:40: wenn ich nachdemseits Anfang Juli kann ich noch empfehlen.

00:41:43: Ist ganz toll mit indisch Essen draußen und so weiter bei stollem Wetter.

00:41:49: also nur kann Ich nur empfehle Und er hat gesagt, okay gut.

00:41:57: Ich kann das koreografieren.

00:42:00: Aber ich brauche die Aufnahme.

00:42:02: Es gibt keine Aufnahme!

00:42:04: Das Stück wurde dreihundert Jahre nicht aufgeführt.

00:42:06: Wir haben es nur im Manuskript also.

00:42:08: Soll ich das machen?

00:42:09: Ich habe gesagt ja du kommst direkt zur Probe wir spielen am Chambal oder am Klavier das Stück durch und du musst halt eben... da auf der Basis halt die Choreografie machen.

00:42:21: Ah, das kann ich nicht!

00:42:22: Ich muss mich vorbereiten und sie hat es völlig gleich geworden.

00:42:26: Man muss sich das überlegen.

00:42:28: Eine Woche war Stillstand so und nichts ging weiter.

00:42:31: Dann habe ich ihn wieder angerufen und gesagt, komm Summen also du brauchst keine Sorgen machen, ich werde das ganze leiden.

00:42:37: Ich erkläre dir worum es geht und du musst das einfach nur nach mir aufbauen.

00:42:43: Also er hat schon einige Zeit gebraucht und hatte Furcht beangst und wie wir dann gestartet haben mit den Proben.

00:42:49: Das war für ihn auch ein neues Erlebnis, weil er hat ja noch nie so gearbeitet wie wir normalerweise gewohnt sind in der Oper, dass wir Klavier, Partitur und Sänger Man hat nicht sofort wirklich den Eindruck, wie das Stück klingen wird.

00:43:05: Also man hört zwar den Corripetito, man hört die Musik aber die Farben der Rhythmus und alles, das entwickelt sich ja mit der Zeit und erst diese Komplexität mit dem Orchester wird wirklich sichtbar am Schluss.

00:43:19: Und deshalb ist es natürlich für Choreografen die das nicht gewohnt sind, also die einfach nur so mit CD arbeiten und ein Song kriegen und sagen, Choreografier mir was drauf.

00:43:31: Das ist leicht aber wenn man immer so wechselnde Tempe hat jeden Tag und nicht genau weiß wird es jetzt so schnell sein oder so langsam?

00:43:39: Oder wird der Sänger das so singen oder so singe?

00:43:42: Das ist natürlich für einen choreographenden Horror.

00:43:46: Aber er hat das meisterhaft gemacht!

00:43:48: Ja, es ist großartig.

00:43:49: Wir sind am Ende dabei rausgekommen.

00:43:51: Wenn wir Berogrope spielen, kürzen wir in der Regel!

00:43:53: Ihr habt euch entschieden... Es ist klar wenn man nach Bayreuth fährt dauern Opern vier bis fünf Stunden.

00:43:58: das weiß man ja.

00:43:59: ihr spielt nicht ganz ungekürzt aber doch ich glaube die ungekölteste Operaserie die wir hier auch in letzter Zeit aufgeführt haben.

00:44:07: würdest du mir zustimmen dass sich eigentlich diese Dramaturgie auch als entfaltet wenn man diese Vollständigkeit hat weil's noch ein sehr gut gebautes Stück ist?

00:44:15: Ja, also vor allem generell bei Metastasio ist ... Man liegt nicht verkehrt, Metastasyon nichts zu kürzen.

00:44:24: Weil es grundsätzlich gut gemacht ist.

00:44:26: Es gibt natürlich auch grottenhaft schlechte Librette wo ich sage da kann man gern kürzsen.

00:44:32: Also das ist nicht verkehrt.

00:44:36: oder zum Beispiel Szenen vertauschen weil sie manchmal keinen Sinn machen.

00:44:40: Irgendwo man landet in einer Sackgasse und man merkt Das Stück geht nicht weiter und man muss dann die Szenen ein bisschen umwandeln, damit das eine Logik hat.

00:44:49: Aber ich meine... Ich muss auch sagen zur Verteidigung es gibt beide Varianten sind möglich.

00:44:58: also Händel hat ja Porro zum Beispiel massakriert Also Händl hat ja porro derartig gekürzt, dass man teilweise sogar die Handlung nicht wirklich komplett versteht.

00:45:10: Also vor allem im dritten Akt wird es so extrem sprunkhaft bei Händel, das man nicht mehr nachvollziehen kann warum was passiert ist.

00:45:18: Das Schöne natürlich an einem umgekürzten Metastasio ist, besser versteht und die Zusammenhänge hier besser dargestellt werden, ganz einfach weil es halt nicht gekürzt ist in einer so brutalen Form.

00:45:32: Ich meine wir haben auch einige der Rezitative kürzen müssen, weil manchmal sind sie wiederholend und das Wiederholen – und das habe ich beim Kaval oft gemerkt – ist eigentlich nichts anderes als

00:45:48: eine.

00:45:55: Das Problem oft der Übersteigerung im Text ist, dass die Sänger viel mehr dann arbeiten müssten.

00:46:03: Und ich habe oft nicht so viel Zeit.

00:46:05: Ich habe zum Beispiel für diesen Alessandro Nellindia knapp vier Wochen Zeit gehabt es zu inszenieren.

00:46:10: Wenn ich sechs gehabt hätte, hätte ich wahrscheinlich noch gewisse Szenen komplett gelassen mit diesen Wiederholungen die Wiederholungen oft eben auch einen gewissen Witz und Reiz haben.

00:46:23: Und das kann man ja auch bis ins Extreme treiben, nur die Sänger sind dann schon wirklich am Limit!

00:46:35: Weil man da als Schauspieler und Sänger wirklich extrem gefordert wird.

00:46:41: Und das erzeugt auch einen enormen Stress, und das will man ja jetzt nicht den Leuten zumuten, dass die sich noch mit diesem Text auseinandersetzen müssen bis zu letzten Minuten.

00:46:53: Das war unser Podcast Probenzimmer zu Alessandro Nellindie von Leonardo Vinci.

00:46:59: Der nächste Podcast wird sich um Giuseppe Verdi's DiFelio drehen, mein Kollege Christian Schröder wird sie dann begrüßen und zum Ausklangen haben wir noch ein bisschen Musik für Sie.

00:47:07: Marian Licht sind die erste Aree des Alessandro aus dem ersten Akt der Oper Alessando Nell Indie.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.